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Akezhan

  •      Election 2005   

Kazhegeldin

 

Huter des "friedlichen Himmels"

Moskau - Wenn es ein Selbstmord gewesen sein sollte, wie die Behorden der kasachischen Ex-Metropole Almaty zunachst verbreiteten, dann war es wohl der sonderbarste, der je stattgefunden hat. Samanbek Nurkadilow wurde mit drei SchuBwunden tot in seinem Haus aufgefunden. Zwei Kugeln hatten seinen Brustkorb durchschlagen, eine dritte seinen Kopf. Neben ihm lag ein durchschossenes Kopfkissen.

Der Fall Nurkadilow, der sich Anfang November ereignete, uberschattete den Prasidentschaftswahlkampf in Kasachstan, der am Sonntag mit der Wahl des neuen kasachischen Staatsoberhauptes gipfelt. Nurkadilow war einst enger Vertrauter des aktuellen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch neuen Prasidenten des Landes, Nursultan Nasarbajew. Der 61jahrige war bis zum vergangenen Jahr als Regierungsmitglied zunachst ein wichtiger Verbundeter des Staatschefs. Er verlor seinen Kabinettsposten, nachdem er Nasarbajew des Autoritarismus geziehen und ihn zum Rucktritt aufgefordert hatte.

Mit seinem gewaltsamen Tod verstummte einer der entschiedensten Kritiker des kasachischen Prasidenten, der das mittelasiatische Land seit uber 25 Jahren beherrscht. Bereits 1977 war Nasarbajew in die Spitze der kasachischen KP aufgeruckt, deren Fuhrung er 1989 ubernahm. Er war flexibel genug, um im April 1990 Interimsprasident in dem gerade unabhangig gewordenen Kasachstan zu werden. Ein Jahr spater gewann er die ersten Prasidentschaftswahlen.

Nachdem er sich 1995 seine Amtszeit mittels eines Referendums hatte verlangern lassen, wurde er 1999 erneut gewahlt. Westlichen Standards entsprachen alle diese Urnengange kaum. Auch jetzt zweifelt kaum ein Kasache daran, daB sein neuer Prasident wieder Nursultan Nasarbajew heiBen wird. Es steht zu erwarten, daB er bereits im ersten Wahlgang uber die 50-Prozent-Marke gelangen wird. Keiner seiner vier Konkurrenten hat dem Mann mit dem Amtsbonus, dem gesamten Regierungsapparat sowie der Parlamentsmehrheit im Rucken etwas Ernsthaftes entgegenzusetzen. Scharmachan Tujakbai, Chef des Oppositionsbundnisses "Fur ein gerechtes Kasachstan", der "Ak Schol"-Fuhrer Alichan Baimenow, der Kommunist Erasil Abylkassymow sowie der Vertreter der okologischen Partei, Melsa Eleussisow, kampfen nach Meinung von Beobachtern am Ort eher untereinander um die zweite und dritte Position hinter dem wahrscheinlichen Sieger Nasarbajew.

Der gilt vielen seiner Landsleute ungeachtet der Tatsache, daB die Opposition ihm Korruption in den hochsten Etagen der Macht, Clanwirtschaft, personliche Bereicherung sowie ungerechte Verteilung der Einnahmen aus dem Erdolreichtum vorwirft, als Garant der Stabilitat, des inneren Friedens und eines wirtschaftlichen Aufschwungs, der freilich viele nicht erreicht.

"Unsere Haupterrungenschaften unter Nasarbajew sind ein friedlicher Himmel und der ruhige Schlaf unserer Kinder", preist einer seiner Wahlkampfmanager den Spitzenkandidaten an. Man brauche doch nur nach Kirgisien, Usbekistan oder in die Ukraine zu schauen, um den Wert der Stabilitat zu erfassen.

Die Welt, 2 Dezember, Manfred QUIRING

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